Pflege - VDP-Gruppe Bochum

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Der Pudel

Pudelpflege Informationen und Empfehlungen von Annette Pachnik

Wir teilen unser Zuhause mit unseren Pudeln, weil wir es auch zu schätzen wissen, dass keine Hundehaare umherliegen. Zudem haben die Pudel die angenehme Eigenschaft, keinen hundetypischen Geruch zu verbreiten. Und die außergewöhnliche Haarqualität dieses Hundes lässt der menschlichen Frisier-Phantasie viel Spielraum offen.

Warum müssen wir aber unseren Pudel so oft bürsten und kämmen?

Die Tatsache, dass keine Pudelhaare an unseren Kleidern hängen, bedeutet nicht, dass dieser Hund nicht haart. Im Gegenteil, sein Haarwechsel erstreckt sich über das ganze Jahr. Wolf Herre von der Christian-Andersen-Universität in Kiel hat die Zusammenhänge wissenschaftlich untersucht. Zusammengefasst ergibt sich für dieses Phänomen folgende Erklärung: Das Fell der Hunde besteht normalerweise aus sechs verschiedenen Haarsorten. Diese lassen sich in drei gröbere Deckhaare und drei feinere Unterhaare unterteilen. Die Deckhaare sind wasserabstoßend und die Unterhaare dienen der Wärmeisolation. Durch das veränderte Verhältnis dieser verschiedenen Haararten wird die allgemeine Haarstruktur feiner, weicher und welliger, welhalb die allgemeine Anweisung, Hunde möglichst nicht zu baden, für den Pudel nicht zutrifft.

Die Lockenbildung beim Pudel bezeichnet Wolf Herre als typische Haustiereigenschaft und er erwähnt dabei als Beispiel das Karakulschaf mit seinem Persianerfell. Er führt diese Eigenschaft auf eine Störung des Hautwachstums zurück, die eine Verschiebung des Haarstrichs zur Folge hat. Während ein neugeborener Pudelwelpe noch einen normalen, in der Richtung laufenden Haarstrich aufweist, entstehen schon in den folgenden Wochen viele kleine Haarwirbel, die an der Lockenbildung mitwirken.

Auch beim Pudel lassen sich aus dem Zustand seiner Haut Rückschlüsse auf seine Gesundheit ziehen. Nur auf einer gesunden Haut kann sich die erwünschte, kräftige und elastische Haarstruktur entwickeln. Die falsche Behauptung, der Pudel verliere keine Haare, kommt davon, dass die Umgebung von diesem Vorgang nicht betroffen wird, denn diese Haare bleiben alle im Fell des Pudels hängen.

Mit Hilfe von Kamm und Bürste müssen sie aus dem Wollfell herausgeholt werden, damit sie sich nicht mit der bestehenden Wolle verfilzen. Es ist nötig, dass das Fell regelmäßig und sorgfältig durchgebürstet und gekämmt wird, weil sich sonst über der Haut ein schlimmer Filzpanzer bilden würde. Auch dient das Bürsten ein bisschen als Massage. Die Haut des Hundes wird stärker durchblutet und damit besser mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt. Auch die zahlreichen Talgdrüsen der Haut werden stimuliert, was sowohl der Hautgesundheit als auch jedem einzelnen Haar sehr zugute kommt. Die Wolle soll dabei scheitelweise bis auf die Haut mit der Bürste gelockert werden. Anschließend werden die restlichen losen Haare noch mit einem nicht allzu feinen Kamm heraus gekämmt, bis er sich ohne Widerstand von der Haut her bis zur Haarspitze leicht durchziehen lässt. Das Fell der Junghunde sollte man möglichst täglich pflegen, so geht es nicht nur schneller, es ziept auch weniger, was für den Welpen wichtig ist, denn er soll nicht schon am Anfang schlechte Erfahrungen machen müssen. Man muss schon etwa 10 - 15 Minuten am Tag für die Pflege seines Pudels aufbringen.

Der Pudel wird natürlich immer dann gebadet, wenn er besonders schmutzig ist. Zur Vorbereitung wird der Pudel erst gut durchgebürstet, damit die losen Haare bereits entfernt sind. Auch vor dem Scheren wird sein Fell mit einem entsprechenden Shampoo sorgfältig gewaschen und sehr gut ausgespült (schlecht gespülte Pudel sehen hinterher schuppig aus). Dabei muss man verhindern, dass Wasser in die Ohren des Hundes und kein Shampoo in die Augen gelangt. Danach wird der Pudel gut abgetrocknet und geföhnt. Beim Fönen muss man darauf achten, dass das Wollhaar gestreckt wird. Dieses erreicht man durch gleichzeitiges Bürsten, das heißt, man bürstet immer dort, wo der Luftstrahl des Fönes das nasse Fell auseinanderbläst. Beim Schneiden und Scheren kann man dadurch das Fell viel besser in Form bringen.

Bei eisigen Temperaturen im Winter sollte man aber - wenn möglich - auf ein Bad verzichten, denn ein frisch geföntes Fell lässt die Kälte schneller auf die Haut durchdringen.
So nebenbei: 3 Eßl. Jojoba-Öl vermischen mit einem Eigelb soll helfen, dass das Fell geschmeidig bleibt. In Schweden und in den USA wird sogar ein Abwaschmittel wie "LUX" oder "PALMOLIVE" als bewährtes Pudelshampoo empfohlen. Es muss allerdings mit Wasser verdünnt werden. Die Pudelwolle wird wie ein wertvoller Pullover leicht durchgeknetet und anschließend gründlich ausgespült und das Ganze noch einmal wiederholt. Dem letzten Spülwasser wird ein Schuss Essig beigefügt.


Besondere Maßnahmen im Sommer und im Winter

Ein Irrtum ist es zu glauben, dass die Pudel im Sommer mit ihrem Fell schwitzen. Dieses dient als natürlicher Sonnenschutz. Auf gar keinen Fall darf man den Pudel im Sommer mit einem sehr kleinen Scherkopf kahlscheren. Die Pudelhaut würde dadurch der prallen Sonne ausgesetzt und dazu eignet sie sich überhaupt nicht. Schlimme Verbrennungen der Haut könnten die Folge sein. Besonders bei Welpen und älteren Pudeln sollte man im Sommer und im Winter darauf achten, dass der Rücken immer mindestens mit 1 cm langem Wollfell bedeckt ist. Nur so kann das Fell seinen nötigen Schutz bieten.

Die meisten Pudel ziehen den kühlen Schnee der Sommerhitze vor. Wenn der Pudel bei eisiger Kälte genügend Bewegung hat, sind Pullover oder Mäntelchen überflüssig. Wichtig ist, dass die Haare zwischen den Zehen weggeschnitten sind, damit sich vom klebenden Schnee keine wachsenden Eisklumpen bilden können. Das Begehen von gesalzenen Straßen sollte möglichst vermieden werden. Wenn diese nicht zu umgehen sind, so schützt man die Pfoten des Hundes durch vorheriges Einreiben mit Vaseline oder Melkfett. Salz führt zu spröden, rissigen Ballen und würde bei kleinen Wunden zu unnötigen Schmerzen führen. Nach jedem Spaziergang dieser Art sollte man daher die Pfoten des Hundes abwaschen, um auch die austrocknende Wirkung zu verhindern.
Auch Schneefressen sollte man unbedingt unterbinden. Bei Hunden, die es nicht lassen wollen, verzichtet man auf Apportierspiele. Durch das Schneefressen oder -lecken kann es zu Magen- und Darmproblemen oder einer Mangelentzündung kommen. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass der Schnee ausgestreutes Salz oder Split enthält. Auch viele Frostschutzmittel für die Scheibenwaschanlage des Autos enthalten einen für Hunde tödlichen Bestandteil. Da diese Flüssigkeiten aber für manche Hunde einen scheinbar sehr attraktiven Geschmack haben, muss man bei der Verwendung besonders Acht geben. Schon wenige Tropfen können schwere Vergiftungserscheinungen hervorrufen, die sich unter anderem durch Erbrechen, Durchfall, torkelndem Gang und Krämpfe zeigen. Von selbst versteht sich auch, dass ein Hund bei großer Kälte keine lange Wartezeiten im Auto zu verbringen hat.

Der Regen stört die Pudel meistens nicht. Nur uns beschert er zusätzliche Arbeit. Denn das nasse Fell sollte mit dem Fön getrocknet werden.


Weiter geht es mit der Pflege von Krallen, Ohren, Zähnen und der Analdrüse


Bei unseren Pudeln kommt es selten vor, dass sie sich die Krallen selber richtig abnützen. Sie müssen geschnitten werden, weil zu lange Krallen den Hund beim Gehen und Stehen stören. Wenn man auf dem Boden das Herbeikommen des Pudels durch das Klappern der Krallen hören kann, ist es Zeit, diese zu kürzen.

Die Ohrhaare, die aus dem Gehörgang wachsen, müssen regelmäßig gezupft werden. Auch die Ohren selbst müssen regelmäßig gereinigt werden, damit es nicht zu Ohrenentzündungen kommen kann, die auch chronisch werden können. Dazu benutzt man am besten einen Ohrreiniger, der in das Ohr gespritzt und einmassiert wird.

Das Zähneputzen ist, wenn der Hund früh daran gewöhnt wird, auch keine große Prozedur. Werden die Zähne nicht regelmäßig geputzt, kann es zu starkem Zahnsteinbefall kommen. Dann muß der Tierarzt diesen entfernen.

Auch die Analdrüse muss regelmäßig kontrolliert werden. Es kann zu Entzündungen kommen. Wenn sie überfüllt ist, wird sie mit Hilfe von weichen Papiertüchern ausgedrückt. Der Pudel zeigt das Problem mit dieser Drüse damit an, indem er entweder mit dem Hinterteil auf dem Boden umher rutscht oder wenn er immer wieder versucht, sich unter der Rute abzulecken.

Ebenfalls darf die Augenpflege nicht zu kurz kommen. Regelmäßig wird das ausgetretene Tränensekret mit einem weichen, evtl. leicht angefeuchteten Stoffläppchen in Richtung Nasenspitze weggewischt. Übrigens: die Tränenstrasse oder häufig beleckte Fellbereiche können sich nach und nach farblich verändern. Grund sind die in der Tränenflüssigkeit und im Speichel enthaltenen sogenannten Porphyrine, das sind Farbstoffe, die das Haar rötlich verfärben.

Nordstemmen im Januar 2006



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